Kriegerdenkmal

Projekt: Restaurierung Kriegerdenkmal 

Zeitraum: 2015 – 2019

Vergiss, mein Volk, die teuren Toten nicht und schmücke auch unsere Urne mit dem Eichenkranz!“
Theodor Körner (Dichter und Lützower Jäger) 1791-1813

Geschichte:

Ursprünglich wurde das Denkmal durch drei Linden, einen schmiedeeisernen Zaun sowie Rhododendronsträucher eingefasst. Die Umzäunung ist im Laufe der Zeit verschwunden, die Rhododendren ebenfalls. Von den drei Linden wurde eine gefällt.

Beschreibung lt. Denkmalregister: Kriegerdenkmal, errichtet nach 1918 für die Gefallenen des l. Weltkrieges inmitten des Dorfes nördlich der Kirche in straßenbildprägender Ecklage, von drei Bäumen umgebener steinerner Obelisk auf dreistufigem Postament, bekrönt von Eichenkranz und Stahlhelm, auf dem Obelisken als Relief Eisernes Kreuz und die Namen der Kriegstoten

Projektgbeschreibung:  

Das Ziel ist die Wiederherstellung und der Erhalt des Denkmals, als eines der zentralen Orientierungspunkte in der Ortschaft Hinsdorf, sowie als Ort der Erinnerung an die grausamen Ereignisse und an die Schicksale einer dunklen Epoche, verbunden mit dem Bemühen um Menschlichkeit. Das Denkmal befindet sich in einem schlechten konservatorischen Zustand. Der Natursteinobelisk ist mit einem uns unbekannten Farbanstrich (in den 70er oder 80er Jahren) versehen worden. Auch der Helm wurde damals mit einer schwarzen Farbe versehen. Es gibt diverse Abplatzungen, Risse und Kantenschäden. Das Muster im aufgesetzten Kranz ist nur noch bedingt erkennbar, da er massiven Moosbewuchs aufweist. Die eingravierten Namen sind stark ausgewaschen.

Das im Jahr 1919 durch die Hinsdorfer Bürgerschaft errichtete Dankmal zur Erinnerung an die Gefallenen des I. Weltkrieges wurde durch den Zahn der Zeit stark geschädigt. Es erfolgten über die Jahre nicht fachgerechte Anstriche, welche den Sandstein erheblich in Mitleidenschaft gezogen haben. Die Witterungs- und Umwelteiflüsse taten ihr Übriges. Der Förderverein Hinsdorf e. V. machte es sich bei seiner Gründungsversammlung im März 2012 zur Aufgabe, dieses Denkmal zu erhalten und zu restaurieren. Im Zeitraum April-Juli 2012 wurden erste Kostenangebote eingeholt. Die Kostenvoranschläge beliefen sich auf ca. 11000,00 €. Anhand einer Liegenschaftsauskunft konnte geklärt werden, dass das Denkmal der Stadt Südliches Anhalt gehört und bei der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Anhalt-Bitterfeld regstriert ist. Auf Anfrage wurde unter Einbindung des Landesamtes  für Denkmalpflege eine Restaurationsempfehlung abgegeben. In den Jahren 2013-2014 wurden mehrfach aufwändig Fördermittelanträge an verschiedenste Ämter und Institutionen gestellt und das Gespräch mit der Denkmalschutzbehörde und mehreren Restauratoren gesucht, um die doch erheblichen Kosten zu senken. Da keinerlei Gelder zugesprochen wurden, gab es zur Mitgliederversammlung im März 2015 den Beschluss, einen letzten Fördermittelantrag zu stellen. Im Juni 2016 überreichte der Landrat, Herr Uwe Schulze, einen Fördermittelbescheid des Landkreises Anhalt-Bitterfeld in Höhe von 1.500,00 €. Eine weitere Zuwendung in gleicher Höhe erhielten wir von der Bürgerstiftung der Sparkasse Köthen. Mit den Mitteln des Ortschaftsrates in Höhe von ebenfalls 1.500,00 € konnte nunmehr der mit dem Bauordnungsamt vereinbarte erste Bauabschnitt abgesichert werden. Die beauftragte Restaurationswerkstatt Schellbach aus Dessau-Mosigkau schloss den ersten Bauabschnitt zum Jahresende 2017 mit einem tollen Ergebnis ab. Die restaurierte Krone des Denkmals, in Form eines Stahlhelmes mit Eichenkranzfassung, ist für Interessierte im Vorraum der Hinsdorfer Kirche zu besichtigen. Eine Spendensammlung bei den Hinsdorfer Bürgern ergab Ende des Jahres 2016 das erfreuliche Ergebnis von 1.100,00 €. Mit Hilfe von Eigenmitteln und einer weiteren Zuwendung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, kann in diesem Jahr nun der zweite Bauabschnitt (Restauration des Obelisken) angegangen werden.

Am 25.08.2018 wurde mit der fachkundigen Demontage des Obelisken ein weiterer Schritt der Renovierung absolviert.

Unser besonderer Dank für die geleistete Unterstützung gilt im Besonderen:

  • den Hinsdorfern für die Spendenbereitschaft und ihre Geduld
  • dem Ortschaftsrat
  • dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld , vertr. durch Landrat Uwe Schulze
  • dem Bauordnungsamt
  • der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesamt für Denkmalpflege
  • der Bürgerstiftung der Sparkasse Köthen
  • der freiwilligen Feuerwehr Hinsdorf und dem Hinsdorfer Pfingstverein 95e.V.
  • der Kirchgemeinde und Pfarrer Ronald Höpner
  • Marko P. für die Unterstützung beim Abbau der Krone
  • Andreas O. für den Bau des Stativs für die Krone
  • der Werkstatt Schellbach

allen, die mitgewirkt haben und hier nicht aufgeführt sind

Inschriften:

1914-1918
Unseren fürs Vaterland gefallenen Helden
Die Gemeinde Hinsdorf

Namen der Gefallenen: 1. Weltkrieg

Dienstgrad Name Vorname Todesdatum & Ort
Arm.Sold. BACHMANN Friedr. 01.12.1917
Musk. BÄTHE Alfred 19.05.1918
Untffz. CNEIST Richard 15.08.1917
Musk. DANNEIL Otto 25.04.1918
Untffz. GAßMANN Otto 18.11.1917
Musk. HÄUBER Max 12.09.1916
Musk. HERZ Karl 12.09.1914
Arm.Sold. KAISER Paul 23.06.1918
Gefr. KIESELER Herm. 27.07.1915
Gefr. METTCHEN Otto 02.09.1914
Musk. SCHÖHEBERG Otto 16.04.1917
Schütze SCHRÖTER Otto 13.08.1916
Musk. SCHRÖTER Walter 11.08.1918
Hornist VOIGT Franz 04.10.1914
Musk. WEBEL Otto 11.02.1918
ursprüngliches Aussehen
ursprüngliches Aussehen